Noch bevor man von der Existenz von Mikroorganismen in Form von Bakterien oder Pilzen wusste, wurde die positive Wirkung mancher Lebensmittel auf den menschlichen Organismus erkannt. Schon der russische Biologe Ilja Metschnikow (1845-1916) hat darauf hingewiesen, dass der Mensch seit Urzeiten viele Nahrungsmittel aufgenommen hat, die einen Gärungs- bzw. Fermentationsprozess durchlaufen hatten, wie z. B. saure Milch, Kefir, Joghurt oder Sauerkraut. Fermentation bezeichnet hierbei allgemein die Veränderung von Lebensmitteln mit Hilfe von Mikroorganismen. Erst zum Ende des vorletzten Jahrhunderts wurde den Wissenschaftlern bewusst, dass ein Zusammenhang zwischen den positiven Wirkungen und den in diesen Speisen lebenden Bakterien bestand.
Der französische Biologe Louis Pasteur (1822-1895) konnte zeigen, dass die Darmbakterienflora für das Leben von höheren Organismen von entscheidender Bedeutung ist. Der Darm hat eine Gesamtoberfläche von ca. 300-500 m
2, die menschliche Haut etwa 2 m
2. Aus diesem Vergleich wird klar, dass der Darm die größte Kontaktfläche des Menschen mit seiner Umwelt ist. Hier wird die Nahrung verarbeitet und Nährstoffe, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und andere für das Funktionieren des Organismus wichtige Stoffe über die Darmwand in den Blutkreislauf aufgenommen. Die Darmwand stellt aber auch eine wichtige Barriere gegen Schadstoffe und körperfremde Mikroorganismen dar.
Die etwa Mitte des letzten Jahrhunderts verstärkt einsetzende Erforschung der menschlichen Darmflora konnte zeigen, dass Bakterien als unsere natürlichen Mitbewohner die Darmwand besiedeln und dadurch mit dazu beitragen, dass der Darm seine Schutzfunktion gegen das Eindringen von Schadstoffen und fremden Bakterien erfüllen kann.
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